----- Original Message -----From: maroft73Sent: Monday, April 09, 2007 5:10 PMSubject: [About_Miah_Persson] "So schön sind die Divas von morgen" - Miah is No. 1!!German gossip magazine BUNTE currently voted Miah being No.1 of the
best looking divas of tommorow.
For those of you who unterstand German, here you find an interview in
which she (amongst others) speaks about that:
Frankfurter Rundschau: "So schön sind die Divas von morgen!" war
kürzlich eine Bilderfolge in der Zeitschrift "Bunte" überschrieben,
und Sie waren da als Nummer eins gezeigt bei den Verfolgerinnen der
Super-Diva Anna Netrebko. Wie wichtig, Frau Persson, ist es denn für
eine junge Sopranistin, schön zu sein?
Miah Persson: Ich kann nur sagen: Darum kümmere ich mich kein
bisschen. Es ist einzig wichtig, eine gute Sängerin und eine gute
Darstellerin zu sein.
Nun, dass Sie sich nicht darum kümmern, ist nur die halbe Antwort.
Eine Marktbedeutung hat Aussehen wohl trotzdem.
Ich sehe nun einmal so aus, wie ich aussehe. Wenn den Leuten das
gefällt, umso besser. Es ist natürlich angenehmer, die Nummer eins
der gutaussehenden Sopranistinnen zu sein als die Nummer eins der
schlechtaussehenden. Es ist jedenfalls eine Schande, dass dem
Aussehen solch eine Bedeutung zukommt in unserem Fach, in dem es doch
um ganz andere Qualitäten gehen sollte. Aber es passt in die Zeit:
Alles ist heute derart fixiert auf Äußerlichkeiten, darauf, ob man
dick oder dünn ist, auf Überflüssigkeiten eben.
Aber gutes Aussehen verkauft sich gut, auch in der Klassik. Nehmen
Sie die aktuelle Klassik-CD-Bestseller-Liste: Die ersten 17 Alben
zeigen das Gesicht der Künstlerin oder des Künstlers. Früher wurde
auch mal abstrakt bebildert, mit einem Gemälde etwa - heute geht
alles über die Person. Die Person scheint wichtiger zu sein als die
Musik. Unterscheidet sich hier die Klassik überhaupt noch vom Pop-
Business?
Ach, das mit den Bildern auf den CDs finde ich eigentlich eine gute
Sache. Im heutigen Überangebot an klassischen CD-Aufnahmen findet man
über das Foto schneller, was man sucht. Ich denke, die Leute kaufen
die CDs doch noch wegen der Musik, nicht wegen der Hübschheit
des "pretty girl" auf dem Cover. Oder ich hoffe es zumindest. Hm, ich
dachte, die Leute wollen mich anhören, nicht anschauen.
Letzten Sommer war in Salzburg jeder überrascht, wie sehr eine Diva
wie Anna Netrebko sich doch als gar nicht Diven-hafte
Ensemblesängerin einbringen konnte, als sie die Susanna sang in
Mozarts "Figaro". Susanna und Diva - geht das nicht zusammen?
Händel, Haydn oder Mozart bieten nie diese Bravoura, die man bei
Verdi oder Puccini etwa findet. Gerade von Mozart gibt es natürlich
fantastische große Arien, aber eine Donna Anna oder eine Figaro-
Gräfin ist hier nie mit einer Violetta oder einer Mimi vergleichbar.
In diesem Sinne stellt Mozart nicht dieses Bild zur Verfügung, in dem
sich Diven spiegeln können.
Was genau muss dieses Bild enthalten? Emotionen?
Oh, man kann überhaupt nicht sagen, Mozart würde das Emotionale
fehlen! Mozart gestattet aber nicht die Selbstdarstellung; und nicht,
die Spitzentöne ewig auszudehnen, Fermaten darauf zu setzen, all das,
was das Publikum so sehr kitzelt. Mozart-Opern sind meistens Ensemble-
Opern, hier interagieren Charaktere. Ich kann das nur aus der Mozart-
Perspektive sagen, eine Tosca habe ich noch nie gesungen. Wenn das
jemals kommen sollte, sind es jedenfalls noch etliche Jahre bis
dahin. Es ist nicht mein Stimmtyp. Eine Mimi in La Bohème allerdings
würde mich schon reizen. Aber ob das jemals kommen wird, wie gesagt,
ich kann es nicht beeinflussen. Die Nannetta im Falstaff war bislang
auch mein einziger Verdi.
Dafür haben Sie umso häufiger die Susanna gesungen, im vergangenen
Jahr auch in Covent Garden in London und an der Berliner Staatsoper.
Ist diese Partie Ihnen wichtiger als andere große Mozart-Rollen?
Ich liebe sie mehr als alle anderen. Die Susanna war die erste Rolle,
die ich überhaupt auf einer Bühne gesungen habe, 1998 in Schweden,
alleine deshalb wird sie immer einen ganz speziellen Platz in meinem
Herzen haben. Der Ambitus der Partie passt perfekt zu meiner Stimme,
das Temperament passt ebenso perfekt zu meiner Person. Wenn ich sage,
es ist leicht für mich, die Susanna zu singen, heißt das nicht, dass
es von alleine geht auf der Bühne. Aber die Partie kommt ganz
natürlich zu mir, wie selbstverständlich. Nehmen Sie die Pamina aus
der Zauberflöte: Die empfinde ich als schwierig, weil der Charakter
dahinter nicht definiert ist, sie ist ein Spielball zwischen den
starken Charakteren. Oder nehmen Sie die Cosi fan tutte-Fiordiligi,
die ich jetzt zum ersten Mal gesungen habe: Eine ganz aufrechte,
akkurate, noble Rolle, auch da musste ich mich erst einfinden, sie
war mir erst einmal fremd. Susanna aber ist ein ganz lebendiges Ding.
Was ist das wichtigste, damit eine "Figaro"-Produktion gelingt? Das
Tempo? Die Präzision?
Das Ensemble, das ein homogenes sein muss. Und die Balance zwischen
der Komödie und dem, was damals als gefährlich eingestuft wurde an
diesem Stück. Das ursprüngliche Beaumarchais-Theaterstü ck war ja in
Wien verboten, ein Friseur und eine Kammerzofe als clevere
Protagonisten, die die Szene beherrschen, galten nunmal als
gefährlich für das System. Die Oper hat viele dunkle Momente, etwa
die das "Recht der ersten Nacht" betreffend, und ebenso viel
komödiantisches Potenzial. Das muss einfach gut ausbalanciert sein.
Diese Oper ist, wegen all der in der aristokratischen Welt
verankerten Themen, äußerst schwer nur in die heutige Zeit zu
transformieren. Haben Sie schon einmal eine gelungene aktualisierte
Inszenierung gesehen? Und was denkt jetzt der Regisseur Guillaume
Bernardi darüber?
Nein, ich habe noch nie eine sozusagen moderne Version gesungen, und
ich denke auch nicht, dass das funktionieren würde. Hier in Frankfurt
spielen wir in einem zeitlich nicht fixierten Raum, in leicht
modifizierten, aber jedenfalls historisch wirkenden Kostümen, aber
vom Bewegungsvokabular her ganz klar in der Ära der Aristokratie des
18. Jahrhunderts. Wie das nach außen nun wirkt, kann ich aber gar
nicht sagen, denn als Susanna bin ich so gut wie durchgehend auf der
Bühne. Bei Probenbeginn der ersten Szene fühlte ich mich etwas
beengt, denn Susannas und Figaros Kammer misst gerade einmal drei auf
drei Meter. Aber wir vergrößern uns von Akt zu Akt.
Interview: Stefan Schickhaus
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Dokument erstellt am 02.03.2007 um 16:56:02 Uhr